Schau mir in die Augen! Der Open-Eye Effect!

Interview mit Dr. med. Georg Papathanassiou zur Lidstraffung

Frage: Der perfekte Augenaufschlag hält leider nicht ewig, Schlupflider können das Wohlbefinden ganz schön beeinträchtigen. Viele Menschen entscheiden sich dann für eine Augenlidkorrektur. 
Was bedrückt die Patienten, wenn Sie zu Ihnen kommen?
Dr.Papathanassiou: Sie klagen darüber, dass Andere sie wegen ihrer Schlupflider oft als müde und erschöpft wahrgenehmen. Dabei könnten sie in Wahrheit Bäume ausreißen – inneres Erscheinungsbild äußeres Erscheinungsbild stimmen nicht mehr überein. Oft ist auch die Sorge meiner Patienten, dass sie nicht mehr so leistungsfähig wirken. In unserer leistungsbezogenen Gesellschaft kann dies ein Stressfaktor sein. Häufig sind meine Patientinnen auch traurig, weil sie sich nicht mehr schminken können „wie früher“. Ihr Augen-Make-up, wie z.B. mit Kajal, verschmiert.

Frage: Geht es also primär um Attraktivität?
Dr.Papathanassiou: Nein, es gibt auch Fälle, wo nicht nur eine ästhetische, sondern eine echte medizinische Problematik vorliegt: Durch viel überschüssige Lidhaut ist das Sehfeld der Patienten beschränkt, es kann sogar zu Schäden am Auge kommen.

Frage: Welche Behandlung empfehlen Sie bei Schlupflidern?
Dr.Papathanassiou: Mit einem kleinen Eingriff – der ästhetischen Lidkorrektur – können wir hier große Effekte erzielt werden! Im Zentrum eines ausführlichen Beratungsgespräches steht natürlich als Erstes mein Patient mit seinen Wünschen und Vorstellungen. Sie fließen in die spätere Behandlung bzw. OP ein. Das nehme ich überaus ernst: Ich analysiere das Gesicht meines Patienten extrem genau. Schließlich prägen die Augen den Charakter und die Individualität eines Menschen massiv. Die Augen sind ja das zentrale Organ in jedem Gesicht – und mein Patient möchte ja nachher nicht „operiert“ aussehen. Stattdessen geht es darum frischer, strahlender und leistungsfähiger aufzutreten.

Frage: Wie läuft so eine Beratung konkret ab?
Dr. Papathanassiou: Während des Gespräches zeige ich meinem Patienten Vorher-/Nachher-Fotos von anderen Patienten, damit jeder selbst Ergebnis beurteilen kann. Wichtig: Auf dieser Basis kann der Patient für sich entscheiden, ob seine Erwartungen an das Behandlungsergebnis realistisch sind. Es gibt auch Patienten, die zusätzlich unter ausgeprägten Tränensäcken leiden. Da bietet sich eine kombinierte Behandlung an, um ein harmonisches Gesamtbild zu erhalten.

Frage: In welchem Alter sind denn Patienten, die zur Augenlidkorrektur zu Ihnen kommen?
Dr. Papathanassiou: Mit diesem Wunsch nach einer Augenlidkorrektur kommen am häufigsten Frauen und Männer zwischen 45 und 70 Jahren zu mir. Die Haut rund um die Augen ist nun mal sehr zart und dünn. Hier macht sich der natürliche Alterungsprozeß oft allzu schnell bemerkbar. Übermäßiges Sonnen, Rauchen und die eigene Veranlagung können die Alterung noch beschleunigen, das Gewebe ober- und unterhalb des Auges wird schlaff. Hier kann eine Lidkorrektur frappierende Effekte erzielen.

Frage: Mich würde interessieren, wie eine Lidkorrektur abläuft und ob es bestimmte Voraussetzungen für den Patienten gibt…
Dr. Papathanassiou: Grundvoraussetzung ist natürlich, dass mein Patient bei guter Gesundheit ist. Er sollte vor der OP keine blutverdünnenden Medikamente einnehmen und das Rauchen in dieser Zeit abstellen.

In aller Regel arbeiten wir bei einer Lidkorrektur nur mit örtlicher Betäubung. Der Vorteil für den Patienten: Er ist nach der OP fit genug, um mit einer Begleitperson nach Hause zu fahren, muss nicht noch eine Vollnarkose mit auskurieren. Ist jemand ganz besonders nervös, biete ich ihm einen Dämmerschlaf an. Die Basis für die Operation bildet das exakte Anzeichnen der Schnittführung, ich zeichnen einem Hautmarker auf die Lider. Das geschieht in aller Ruhe. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass diese Ruhe auch meinen Patienten hilft, etwas von ihrer Aufregung abzubauen.

Anschließend wird sanft örtlich betäubt – es gibt an jeder Augenseite einen kleinen Piks. Dann entferne ich den Hautüberschuss. Ich erkläre meinem Patienten auch während der OP ständig, was ich vorhabe und was wir als nächstes tun. Schon häufig habe ich die Rückmeldung bekommen, dass man sich dann nicht so „ausgeliefert“ vorkommt. Wer sich besser mit der Operation auseinandersetzen kann, hat weniger Angst; Mein Patient jederzeit die Möglichkeit, Fragen stellen – diese Rückkopplungsmöglichkeit ist super! Zum Schluss verschließe ich die Wunde mit einer feinen Naht verschlossen. Diese wird dann mit kleinen Pflastern abgedeckt. Die OP dauert in der Regel etwa 30 Minuten, die Fäden entfernen wir nach circa sieben Tagen entfernt.

Frage: Wieviel Ausfallzeit sollte ich einplanen?
Dr. Papathanassiou: Eine Woche wäre sehr gut. Dann ist man in der Regel wieder „gesellschaftsfähig“. Wie nach allen OPs sollte man sich schonen und alles ruhig angehen. Wenn man mag, kann man auch Kühlen, um Schwellungen zu minimieren. Kontaktlinsenträger benötigen in den ersten Tagen eine Brille statt ihrer Linsen. Und auf Sport sowie auf Sonnenbäder sollte man in der ersten Zeit nach der Korrektur ebenfalls verzichten.

Frage: Welche Perspektive entwickelt man, wenn man ständig mit Lidkorrekturen zu tun hat?
Dr. Papathanassiou: Ich schaue mir zwar für die OP konzentriert die Lider an, betrachte aber sonst den ganzen Menschen. Und mit jedem Patienten freue mich aufs Neue, wenn er nach der Lidkorrektur berichtet, dass er wieder Freude an seinem Spiegelbild, an seinen strahlenden Augen hat. Wenn schließlich noch die Freunde sagen, dass jemand plötzlich so frisch und erholt aussieht – das ist doch herrlich.